Die Bedeutung von Stroh für den Kohlenstoffspeicher des Bodens
Heute geht es um den Einfluss von Stroh auf den
Kohlenstoffgehalt ackerbaulich genutzter Böden.
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Thema: Stroh.
In der [Studie von Seitz et al. (2026)](https://doi.org/10.1007/s11104-026-08871-3)
geht es um den Einfluss des Stroheintrags auf den Kohlenstoffspeicher von
Ackerböden. Grundsätzlich stellt sich die Frage, was mit Stroh nach der
Getreideernte passiert. Generell wird Stroh als Nebenprodukt oder gar Reststoff
bezeichnet, da es bei vielen Getreidearten im Zuge der Ernte abfällt, aber nie
hauptsächliches Ziel des Anbaus ist. Traditionell wurde und wird ein Teil des
Strohs vor allem für die Einstreu von Stallungen genutzt. Insbesondere
kleinbäuerliche Betriebe nutzten diesen Kreislauf häufig. Ebenso wurde und wird
ein weiterer Teil (ca. 61 %) wieder in den Boden eingearbeitet. Dieser Anteil
ist ein wichtiger Beitrag zum Management des Kohlenstoffspeichers, wie
beispielsweise eine große [Langzeitstudie von Gocke et al. (2023)](https://doi.org/10.1016/j.geoderma.2023.116616)
belegte. Was passiert aber nun, wenn plötzlich ein (unerwarteter) Nutzungsdruck
entsteht? Stroh erlebt als Dämmstoff und perspektivisch als Ersatz fossiler
Brennstoffe eine verstärkte Nachfrage. Das Autor*innenteam modelliert in der
Studie der Woche die Auswirkungen von weniger Stroh, das auf Ackerflächen
verbleibt. Je nach Intensität der zusätzlichen Strohabfuhr wurden bis zu -21 %
an C Input (bei vollständiger Abfuhr allen Strohs) modelliert, in diesem
Szenario wäre ein Verlust 0,15 ± 0,20 t pro ha pro Jahr an organischem
Kohlenstoff zu verzeichnen – eine Verdreifachung zum aktuellen Stand. Wir
merken hieran: Selbst bei der aktuellen Nutzung weisen landwirtschaftliche
Flächen somit eine negative Bilanz auf. Die Verluste entsprechen hochskaliert
auf Deutschland derzeit etwa 2,5 Mt CO2 pro Jahr und würden bei der
vollständigen Entnahme auf bis zu 7,2 Mt CO2 pro Jahr ansteigen.
Ein Lichtblick in diesem Kontext
könnte aber gerade doch die – kurzfristige – Strohabfuhr darstellen. Wie das
Autor*innenteam in einem (Konferenzpaper)[ https://doi.org/10.5194/egusphere-egu26-19411]
nachlegt, wäre gar eine Zunahme und Wiederauffüllung der Kohlenstoffspeicher
möglich, wenn aus Stroh Pflanzenkohle gewonnen werden, und diese dann wieder
zurückgeführt würde.
